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Die L663n - eine Straße mit langer Geschichte - 1.Kapitel

von Karl-Heinz Czierpka 

Alte Planung - alter Name: OWIIIa

Vor fast 100 Jahren (!) wurde als logische Weiterführung innerstädtischer Straßen im Straßennetz Dortmunds eine Ost-West-Verbindung geplant, die als städtische Straße von Castrop-Rauxel bis nach Unna führen sollte. Sie erhielt die Planungsbezeichnung OWIIIa und ist inzwischen im Westen weitgehend Realität geworden. Diese Verbindung wird überörtlich als Landesstraße L663 bezeichnet. Im östlichen Bereich führte sie über städtische Straßen mitten durch Brackel, Asseln und Wickede und dort über den Dollersweg auf die Dortmunder Straße. Der Hellweg in Wickede ist also die L663. Da die Landesstraßen, anders als Bundesstraßen, keine auffälligen Schilder besitzen, wissen viele Menschen gar nicht, dass sie sich auf der L663 bewegen - man muss schon genau hinschauen, dann findet man die unscheinbaren Schilder. Auf dem Dollersweg etwa als Kilometerstein. 

Aus OWIIIa wird L663n

Mit der OWIIIa wollte Dortmund den Verkehr aus den Hellwegdörfern verlagern, also eine Umgehungsstraße bauen. Da sich die Stadt Unna weigerte, diese neue Straße an das Unnaer Straßennetz anzuschließen, wurde die Neuplanung des östlichen Teilstückes in eine Landesstraße umgewandelt. Der Neubau sollte also im Osten die alte Landesstraße L663 ersetzen. Für Landesstraßen ist das Land zuständig, und das Land kann auch den Anschluss seiner Straßen an städtische Straßen erzwingen. Aus der Planung für die OWIIIa wurde also die Planung für die L663n (das „n“ steht für Neubau). Heute verläuft der östliche Teil der L663 vom Borsigplatz als L663n über die Brackeler Straße bis nach Dortmund-Asseln. Dort geht sie dann wie seit Jahrzehnten als L663 - ohne „n“ - weiter durch Asseln und Wickede bis nach Unna. 

1993 - ein Verkehrsminister sorgt für Unverständnis

1993, und da beginnt der erste Teil der neueren Geschichte, ist die L663n bis zur Flughafenstraße in Dortmund-Brackel noch im Bau. Der Verkehr in Ost-West-Richtung wird zu dem Zeitpunkt über den Hellweg und die parallel verlaufende Hannöversche Straße abgewickelt. Viele Menschen können sich noch gut an die langen Staus auf dem Hellweg erinnern. Schlimm ist die Situation auf der Flughafenstraße in Brackel. Dort staut sich vor allem nachmittags der Verkehr von der Hannöverschen Straße in Richtung Hellweg. 

Frühjahr 1993
Bei einem Verkehrspolitischen Hearing der Dortmunder SPD erläutert der damalige Verkehrsminister Franz-Josef Kniola, SPD, die Planungen für Landesstraßen in Dortmund. Dabei referiert er erfreut, dass mit dem Bau der L663n bis Asseln auch alle Wünsche aus dem Stadtbezirk Brackel erfüllt werden könnten. Zwei anwesende Vertreter aus dem Stadtbezirk Brackel, Gisela Opitz (Asseln) und Karl-Heinz Czierpka (Wickede), können kaum glauben, was sie da hören. Sie sprechen den Minister nach Ende der Veranstaltung auf seine Aussage an und erläutern die tatsächliche Meinung des Stadtbezirks.

26.April.1993
Der damalige Stadtbezirksvorsitzende Günther Wegmann reagiert unverzüglich und schreibt an den Verkehrsminister: 


"Lieber Franz-Josef, 
ich habe sowohl durch Gisela Opitz als auch durch Karl-Heinz Czierpka erfahren, dass es bei dir evtl. "Irritationen" hinsichtlich der politischen Auffassung des Stadtbezirks Brackel der SPD zur Fortführung der L663n geben könnte. Ich will dir daher vorsorglich mitteilen, dass der Stadtbezirk der SPD Dortmund-Brackel in großer Einmütigkeit nach wie vor die Fortführung der L663n bis zur Stadtgrenze Dortmund fordert."

8. Oktober 1993
Die SPD lässt den Worten Taten folgen: Eine Delegation aus dem Stadtbezirk Brackel unter Führung des Stadtbezirksvorsitzenden macht sich auf den Weg in die Landeshauptstadt und trifft sich in Düsseldorf mit dem Verkehrsminister. Mit dabei sind:


Karl Böse, SPD, MdL und Vorsitzender im Verkehrsausschuss
Bodo Champignon, SPD, MdL sowie Mitarbeiter aus dem Ministerium

Aus Brackel gehörten der Delegation neben Günther Wegmann die Ratsmitglieder Friedhelm Sohn (Wickede) und Friedhelm Hellmann (Brackel), Bezirksvorsteher Walter Mielke und die Mitglieder der Bezirksvertretung Karl-Heinz Czierpka (Wickede) und Gerd Wosny (Asseln) an, alle SPD. 


In dem Gespräch wird deutlich, dass für die Weiterführung der L663n über Asseln hinaus keinerlei Planungsvorlauf existiert. Der erste Schritt dazu wäre die Umweltverträglichkeitsstudie, abgekürzt UVS. Man vereinbart, diese Studie auf den Weg zu bringen. Die Kosten in Höhe von etwa 200.000 DM müssen ggf. von Dortmund aufgebracht werden.

29. Januar 1994
Auf Antrag des Stadtbezirks Brackel beschließt der Unterbezirks-Parteitag der Dortmunder SPD, die Weiterführung der L663n über Asseln hinaus zu unterstützen.

12. Dezember 1994
Der neu gewählte Bezirksvorsteher Karl-Heinz Czierpka eröffnet in der vollbesetzten Aula des IKG die Bürgerversammlung zum Linienbestimmungsverfahren der Westumgehung Asselns, der L556n. Es wird eine turbulente Sitzung, die heftige Diskussion an diesem Abend dreht sich oft gar nicht um den Verlauf der L556n, denn es zeigt sich deutlich, dass die vielen Verkehrsprobleme in Asseln mit dem Nicht-Weiterbau der L663n zusammenhängen! Der hohe Anteil des Durchgangsverkehres ist es, der für oftmals unzumutbare Situationen auf dem Asselner Hellweg mit seiner Straßenbahn in Seitenlage sorgt. Da wird die L556n kaum Abhilfe schaffen können. 

24. Mai 1995
Um 9:00 Uhr wird das erste Teilstück der L663n bis Brackel freigegeben und an die Flughafenstraße angeschlossen. Bereits am Vortag hatte eine Begehung der neuen Straße stattgefunden. Von den Vertretern aus dem Stadtbezirk Brackel wurden dabei erneut der Weiterbau bis zur Stadtgrenze gefordert! Den Anwohnern der Flughafenstraße beschert dieser neue Teilabschnitt natürlich noch mehr Verkehr! Viele können sich noch daran erinnern, dass die Flughafenstraße bis zum Hellweg damals oft ein einziger Stau war, verbunden mit großer Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner. Und der Verkehr nimmt weiter zu. Die Bezirksvertretung versucht, durch Querungshilfen, durch Tempo-30-Bereiche und Fußgänger-Signalanlagen die unmittelbare Gefährdung zu minimieren. Der Verkehr allerdings ist nur durch den Weiterbau der L663n in den Griff zu bekommen! 

Die schon damals laufende Diskussion um den Ausbau des Flughafens verschärft das Problem erneut und rückt den Weiterbau der L663n in den Vordergrund. Denn um die Start- und Landebahn verlängern zu können, müssen sowohl die Steinbrinkstraße als auch die Zeche-Norm-Straße unterbrochen werden! Dazu muss es eine Umfahrung des Flughafens geben, diese unattraktive Verschwenkung der Zeche-Norm-Straße, vor Ort als „Fleischerhaken“ verspottet, wird weitere Verkehre auf den Hellweg verdrängen. Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackel fordert ein Verkehrskonzept. Die Fraktionsvorsitzende Eli Vossebrecher aus Asseln und Bezirksvorsteher Karl-Heinz Czierpka laden die Presse zu einem Ortstermin an der Steinbrinkstraße ein, dort, wo die Landebahn die Straße unterbrechen wird. Zügig liefert die Verwaltung Verkehrsberechnungen. Der Bau eines „Tangentenvierecks" wird gefordert, um den Verkehr um Wickede und Asseln herumzuführen. Grundlegende Aussage: ohne einen Weiterbau der L663n bis zur Stadtgrenze Unna werden sich die Verkehre in Wickede und Asseln auf den Hellweg verlagern. Die L663n als nördliche Tangente ist der wichtigste Teil des „Tangentenvierecks“ rund um Asseln und Wickede. 

Die L663n - eine Straße mit langer Geschichte - 2.Kapitel

Das Jahr 2000 ist geprägt durch einige wichtige Ereignisse und hat in der Geschichte der L663m eine besondere Bedeutung: Das nächste Teilstück der Landesstraße wird eröffnet und fast zeitgleich werden Steinbrink- und Zeche-Norm-Straße abgebunden, denn nur so kann die Start- und Landebahn des Flughafens verlängert werden. Eine mehr als zwei Kilometer lange Flughafenumfahrung soll den Verkehr auf die Wickeder Chaussee und weiter auf die B1 bringen. Doch die Befürchtungen vor Ort treten ein: Die Autofahrer akzeptieren den Umweg über den „Fleischerhaken“ nicht, der Verkehr auf dem Hellweg erhöht sich drastisch und die Situation in den Ortskernen von Asseln und Wickede verschärft sich weiter. 

11. April 2000
Das nächste Teilstück der L663n wird eröffnet, nunmehr endet sie an der Asselburgstraße. Die Folgen für Asseln sind katastrophal: Dauerstau im Ort und eine starke Zunahme des Verkehrs auch außerhalb der Spitzenzeiten. Um dem Stau auf dem Hellweg zu entgehen, versuchen immer mehr Autofahrer, durch die Wohngebiete in Asseln abzukürzen. Völlig ungeeignete schmale Straßen müssen nun für den Durchgangsverkehr herhalten. 

14. April 2000
Die Steinbrinkstraße wird im Zuge des Flughafenausbaus abgebunden, die Zeche-Norm-Straße verschwenkt. Die Alternative: Flughafenumfahrung über den Fleischerhaken! Eine schlechte Alternative. Das Verkehrsaufkommen auf dem Hellweg in Wickede und Asseln steigt dadurch weiter an.

16. November 2000
Beim Ortstermin in Asseln werden verkehrslenkende Maßnahmen abgesprochen, die geeignet sind, Auswüchse der Verkehrsbelastung aufzufangen. Wie verhindert man die Schleichverkehre in den Wohngebieten, wie sorgt man dafür, dass der Verkehr die dafür ausgebauten Straßen nutzt, auch wenn es dort zu Staus und Wartezeiten kommt? Eine unlösbare Aufgabe. Es herrscht völlige Klarheit, dass nur ein Weiterbau der L663n für eine nachhaltige Veränderung in Asseln sorgen kann! Doch Unna schießt immer noch quer, versucht auch jetzt noch, die Landesstraße zu verhindern. 

2. Dezember 2000
Auf ihrer Jahreshauptversammlung beantragen die Wickeder Sozialdemokraten einen Weiterbau der L663n, notfalls auch als städtische Straße. Dieses Signal musste aus Wickede kommen, weil die Konsequenz heißen kann: Die Straße wird als Stadtstraße innerhalb Wickedes angebunden und der Verkehr ergießt sich dann auf das Straßennetz Wickedes. Bis zum Anschluss an das Straßennetz Unnas würde die Verkehrsmenge in Wickede ansteigen! Aber die Wickeder Sozialdemokraten sind sich einig: Jahrelang haben die Anwohner der Flughafenstraße den Verkehr ertragen müssen, seit Jahresbeginn sind es die Asselner. Und es sind auch die Wickeder, die diese Straßen benutzt haben. Wenn daher in einigen Jahren Wickede vorläufiger Endpunkt der L663n wäre, müsste auch Wickede seinen Anteil am stufenweisen Bau der Landesstraße tragen. 

12. Dezember 2000
Auf Initiative der Asselner und Wickeder SPD organisiert Bodo Champignon, MdL, ein Treffen mit Mitarbeitern aus dem Verkehrsministerium. Im Asselner "Haus Reinhold" werden weitere Schritte abgesprochen. Wichtiger Hinweis aus Düsseldorf: Die Umweltverträglichkeitsstudie kann abgeschlossen werden, dies muss der Landschaftsverband tun. Die SPD-Fraktion stellt daraufhin einen erntsprechenden Antrag zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung.


8. Januar 2001 
In den frühen Morgenstunden werden hunderte von Autofahrern auf dem Asselner Hellweg überrascht. Während sie sich wie jeden Tag im langen Stau durch Asseln quälen, reichen ihnen Sozialdemokraten aus Asseln und Wickede Flugblätter an. Der Text richtet sich vor allem an die Pendler aus dem Bereich Unna: „Wieder stehen Sie im Stau, wie an jedem Morgen. Und wenn Sie Pech haben, blüht Ihnen heute Nachmittag das gleiche Schicksal“. Die klare Aufforderung: Rufen Sie Ihre Kommunalpolitiker in Unna an, die verzögern den Weiterbau der Umgehungsstraße! Ziel der Aktion: Die Politiker in Unna sollen auf das Problem gerade für Berufspendler aus ihrem Bereich aufmerksam gemacht werden. Radio Unna berichtete den gesamten Tag über die Aktion! Die Reaktion der Autofahrer ist durchweg positiv, einige halten extra an, um das Flugblatt zu bekommen. 

L663n - Kapitel 3

ROT L663n: oben Nordvariante unten neu zu bauender Teil der Südvariante GRÜN L556n: Westumgehung Asseln Kreis: Kreuzung

Was sagt Unna dazu? 

Überraschung, Erstaunen, erste Kommentare. Die Presse fragt nach, es gibt Kommentare im Internet. Zunächst ist man sehr reserviert. Eine Meinung hier stellvertretend weil beispielhaft: 

Die Entlastung des Hellwegs auf Dortmunder Gebiet - Schwerlast- und Durchgangsverkehr - soll durch die L663n erfolgen. Dafür will die Dortmunder SPD in Asseln und Wickede verstärkt eintreten. Die Folgen für Unna sind absehbar: Die Verkehrslawine rollt ungebremst aufs Stadtgebiet zu, belastet Massen, Stadtmitte und auch die Kamener Nachbarn in Wasserkurl. "Die Stadt Unna muss jetzt unverzüglich Gespräche mit Dortmund führen", reagiert Massens Ortsvorsteher Helmut Tewes auf den Vorstoß seiner Genossen am Hellweg. Nicht erneut dürfe David den Kampf gegen Goliath gewinnen. "Es muss fair verhandelt werden - im Sinne der Menschen vor Ort", verlangt Tewes. Die OW IIIa (auch L663n genannt) soll nach dem Willen der Dortmunder auf die neue Flughafen-Umgehung treffen. Dagegen steht jedoch der Unnaer Ratsbeschluss, der einen Weiterbau der Nord-Süd-Verbindung auf Unnaer Gebiet untersagt. Damit träfe die OW IIIa auf die Dortmunder Straße.

Unsere Antwort darauf:

Wer soll denn da Massen belasten, welche Autos sind denn in der befürchteten Verkehrslawine, die man ungebremst auf Unna zurollen sieht? Die Asselner sind vorher in Asseln abgefahren, die Wickeder in Wickede, da können es doch nur die Fahrzeuge mit dem Kennzeichen UN an der Stoßstange sein oder Dortmunder, die in Unna einkaufen oder das Kulturangebot der Nachbarstadt nutzen wollen - eigentlich muss Unna ein starkes Interesse haben, für diesen Verkehr vernünftige Verbindungen zu schaffen. Die eigenen Auspendler werden es danken!

März 2001 
Die ersten Gespräche miteinander kommen zustande. In mehreren gemeinsamen Sitzungen schnüren SPD-Mandatsträger aus Asseln und Wickede mit den Nachbarn aus Unna und Massen ein Paket für das weitere Vorgehen um den Weiterbau der L663n und weitere "grenzüberschreitende“ Probleme. Besonderen Stellenwert haben dabei die Überlegungen zu den Auswirkungen neuer Straßenverbindungen auf das bestehende Straßennetz. Mit dabei ist Dortmunds Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer. Er macht das Problem zur Chefsache! 

In der anschließenden Pressekonferenz im Haus "Caumo", direkt an der Stadtgrenze gelegen, macht Langemeyer deutlich, dass auch an eine Beschleunigung beim Straßenbau durch Vorplanungen durch die Städte gedacht wird. Neben dem Straßenbau geht es auch um Probleme durch den ausgebauten Flughafen. Alle Beteiligten wollen sich für großzügigere Schallschutzmaßnahmen einsetzen. "Hier müssen Gespräche geführt werden", so Langemeyer. Es wird deutlich, dass in allen Punkten ein hohes Maß an Übereinkunft erzielt werden konnte. Dortmunds OB lobte das gute Ergebnis und den Willen, die Probleme gemeinsam zu lösen.


Juni 2001

Der Rat der Stadt Unna hat mittlerweile das abgesprochene Gutachten auf den Weg gebracht. Darin soll das gesamte Umfeld untersucht werden mit dem Ziel, einen Weg zu finden, die "Ortszentren in Asseln, Wickede und Massen" zu entlasten.

Der Antrag trägt den Titel
Städtebauliche, verkehrsplanerische und landschaftspflegerische Gestaltung des Landschafts- und Siedlungsbereiches zwischen den Städten Dortmund, Unna und der Gemeinde Holzwickede.

Damit geht die Planung der L663n nunmehr in eine weitere, wichtige Phase.

August 2001


Am Rande des 100jährigen Jubiläums der Wickeder SPD erklärte Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer nochmals deutlich seine Vorstellungen zum Weiterbau der L663n. Langemeyer greift hier die Vorschläge aus Wickede auf: Die L663n solle zügig von der Stadt Dortmund geplant werden. "Hier können wir Planungsleistung für das Land erbringen". Auch für die Finanzierung des Baus gibt es Hoffnung. Langemeyer: "Es fließen jährlich Millionen aus Projekten zurück, die durch Planungsengpässe nicht gebaut werden konnten! Das ist unsere Chance!“. Auch dieser Beitrag macht noch einmal deutlich, dass im Augenblick nichts wichtiger ist als ein gemeinsamer und von allen getragener Kurs zum Weiterbau. Noch nie in der bald 100jährigen Geschichte des Umgehungsstraßenbaus waren wir so nah vor einer Lösung und noch nie haben die politischen Gremien der Nachbarstädte so positive Signale gegeben.

2002/2003

Im Stadtbezirk Brackel formiert sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau der L663n. Getragen von Menschen, die in der Nähe der neuen Trasse wohnen, heizen sie die Diskussion um den Weiterbau erneut an. Man möchte auch eine Entlastungsstraße, aber die soll eben nicht vor der eigenen, sondern vor der Tür anderer vorbeilaufen. Darum kommt die so genannte Südvariante wieder ins Spiel. Dieser Straßenzug soll vom Ende der L663n in Asseln über die geplante Westumgehung, über die Aplerbecker Straße und den Buddenacker und anschließend durchs Feld im Süden an den Osterschleppweg angebunden werden. An dessen östlichem Ende soll es - über Unnaer Gebiet - wieder zurück nach Norden auf den Hellweg gehen. Man erwartet also ernsthaft, der Verkehr würde zu einer großen "Dorfrundfahrt“ rund um Asseln und Wickede fahren, um dann wieder nach Norden zu steuern. Jedem klar denkenden Menschen ist bewusst, dass dieser Umweg nicht zu vermitteln ist und dass der Verkehr weiter auf dem Hellweg bleiben würde. Die Karte zeigt den Wahnsinn dieser Idee, die Kreise symbolisieren nicht weniger als zehn (10!) Kreuzungen, die mit ihren Ampelanlagen den Umweg zusätzlich unattraktiv machen würden. 

Dennoch wird erneut ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass genau zu dem erwarteten Ergebnis kommt: Die Südvariante ist nicht zielführend! Damit sind die Argumente zwar entkräftet, die Anwohner nutzen sie aber weiter. Heute würde man eine solche Diskussion als postfaktisch bezeichnen! Auf jeden Fall gehen fast zwei Jahre dadurch verloren. 


5. Juni 2003


Mit den Stimmen von SPD und CDU empfiehlt die Bezirksvertretung die Weiterführung der L663n auf der Nordvariante! Auch die CDU, die mehrfach eine klare Linie vermissen ließ, steht nun zum Weiterbau der L663n. 

Juli 2003 

Der Rat der Stadt Dortmund (24.7.) und Regionalrat (28.7.) entscheiden sich ebenfalls für die Nordvariante. Damit herrscht endlich Klarheit, was vor Ort gewollt wird. Niemand kann sich jetzt mehr auf eine "Uneinigkeit" in Dortmund oder der Region berufen. Nun ist das Land am Zuge und es gibt einen wichtigen Brief nach Düsseldorf! 

Dortmunds OB Langemeyer hält sein Wort und schreibt nach den eindeutigen Entscheidungen aller zuständigen Gremien in Dortmund, Unna, Holzwickede und Kamen gemeinsam mit


Bürgermeister Weidner (Unna)
Bürgermeister Hupe (Kamen)
Bürgermeister Rother (Holzwickede)
Landrat Achenbach (Kreis Unna)


einen Brief nach Düsseldorf an den Minister für Verkehr, Energie und Landesplanung, Axel Horstmann, und bittet um ein gemeinsames Gespräch mit dem Ziel, den Weiterbau der L663n so schnell wie möglich umzusetzen!

Februar 2004

Der Durchbruch: Ein Abstimmungs-Gespräch auf der Arbeitsebene im Ministerium als Reaktion auf den Brief der Bürgermeister ergibt Einigung. Die Nordtrasse soll zum Integrierten Gesamtverkehrsplan (IGVP) angemeldet werden. Diesen wird der Landtag noch in dieser Legislaturperiode beschließen. 

Zeitgleich wird die L556n ausgeschrieben, Baubeginn soll Mitte 2004 sein!

Termine

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5 30 31 01 02 03 04 05

Unsere Vertreter in Stadt, Land, Bund und Europa

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